Die KI-Forschung stand bereits mit einem Bein im selbstgeschaufelten Grab, da platzte die Nachricht wie eine Schweinsblase im Vakuum in den verschnarchten Wissenschaftsbetrieb: erstmalig sei es Forschern der Universität Köln-Zollstock gelungen, die Gedanken wildfremder Versuchspersonen sichtbar zu machen, wenn diese unter einem speziellen Apparillo hindurcheierten. Die angeblich sehr geheimen Testversuche im Kölner Raum konnten durch Südwitz-Spezialisten schnell enttarnt werden: als Bushalteanzeigeinstrumente oder Bäckereiflackerschriftgeräte getarnte Brain-Mind-Interfaces machen Die Gedanken der am nächsten stehenden Zielperson sichtbar!
Keine Geheimnisse mehr: ein Schal, wer böses dabei denkt!
“Verdammt, ich habe meine Verbindung zum Hostrechner zu Hause in der Brötchenschublade vergessen, ich dämlicher Vollidiot!” mag der unter dem Schild hergehende an dieser Kölner Bushaltestelle gedacht haben, und zack! stand es schon fast so ähnlich über ihm in der elektronischen Denkblase. Minister Schäuble (121, “Bald gras ich am Neckar”) bezeichnet sich zwar neuerdings als “Finanzminister”, ist aber durchaus interessiert an der Technologie. “Selbstverständlich nur zum Anbaggern, nicht um irgendwen auszuspionieren!” schwäbelt der alte Mann und schaut dann wieder versonnen aber zweischneidig in die Ferne.
Was die Leute so alles denken!
In Zukunft durch jedermann identifizierbar: Alzheimer-Patienten in der Bäckerei!
Science-Fiction oder Wirklichkeit - in der modernen Zivilisation gleichen die Grenzen zwischen früher deutlich unterscheidbaren Ufern eines Symbolischen Flusses mehr und mehr einem Flickenteppich. Ob das noch ernsthaft als Datenschutz durchgehen kann, wird inzwischen selbst von Felix Magath (27, “Was bin ich?”) bezweifelt. Aber na ja, was soll’s?
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