Archive Juli 21st, 2010

Jul
21

Seit einer Woche ist Jürgen Rüttgers kein NRW-Ministerpräsident mehr. Aus dem Sponsoringfachmann der NRW-CDU mit dem Motto „rent a rüttgers“ wurde Rentner Rüttgers. Der Rückblick auf die erste Woche seines neuen Lebens:

Montag

Endlich hat Jürgen Rüttgers wieder mehr Zeit für sein großes Hobby, die Fotografie. Aber nicht er knipst, er wird fotografiert. Vor Messeständen, auf Funktionärsversammlungen, bei Lobbygruppen - natürlich gegen Honorar.

Dienstag

Nach so vielen Jahren in der Politik will Jürgen Rüttgers nun seinen neuen Lebensabschnitt sinnvoll nutzen. Sein erster Gang führt ihn zu RTL, um dort zu verhandeln. Die Frage zu seiner Zukunft bei RTL ist nur noch: „Dschungel“ oder „Let’s Dance”?

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Verdünnisierte sich schneller aus der Düsseldorfer Staatskanlzei, als dieses Kerlchen heute auf dem Kölner Clodwigplatz: Rüttgers

Mittwoch

Zusammen mit Roland Koch und Horst Köhler zeltet Rüttgers in Garten der Villa Hammerschmidt. Ausgelassen wird gegrillt, getrunken, gelacht. Erst als Rüttgers den beiden sein nagelneues Johannes Rau-Tattoo zeigt, wird es denen zu bunt. Ihre Wege trennen sich.

Donnerstag

Erste Zeichen für Unterforderung. In stundenlanger Kleinarbeit häkelt Rüttgers einen schwarz-gelben Überzug für sein Landtagsmandat.

Freitag

Sein erstes Zeitungsinterview als Rentner. Rüttgers gesteht: Eigentlich wollte er schon am Tag der Wahlniederlage zurücktreten, doch die Angst vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit, ließ ihn die Verhandlungen mit Günther Jauch und der ARD abwarten. Erst als klar war, er kann bald sonntags zu Jauch, montags zu Beckmann, dienstags zu Maischberger, mittwochs zu Plasberg und donnerstags zu Will verkündete er seinen Rückzug.

Samstag

Mit einem Seufzen lehnt sich Rüttgers auf sein Kissen am Esszimmerfenster und beschimpft alle vorbeikommenden Nichtwähler. Alle Falschwähler werden angezeigt.

Sonntag

Gedankenspiele. Sollte ihm als Rentner zu langweilig werden, hat der Pulheimer Gelegenheits-Sympath immer noch ein Ass im Ärmel. Dann nämlich lässt er sich kurz entschlossen als Kandidat der Piratenpartei zum Bundespräsidenten wählen.